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Naturschutzstation mit Landesschwerpunkt:

Heller- und Dunkler Wiesenknopf-Ameisenbläuling
im mittleren Landkreis Görlitz


Im Rahmen eines Modellprojekts stellt der Freistaat Sachsen Geldmittel für besonders gefährdete Tier- und Pflanzenarten, sowie Lebensraumtypen gemäß der FFH-Richtlinie, die einen schlechten Erhaltungszustand haben, zur Verfügung. Der Projektzeitraum erstreckt sich von 2023 bis 2026. 

In diesem Rahmen widmet sich der Landschaftspflegeverband „Oberlausitz“ e.V. verstärkt den beiden Bläulingsarten Heller- und Dunkler Wiesenknopfameisenbläuling (Phengaris teleius und Phengaris nausithous). Beide Falterarten sind streng geschützt und haben in der Region zunehmend schlechte Erhaltungsbedingungen. Dies liegt an ihrem komplexen Lebenszyklus, der anschaulich in der nachfolgenden Grafik dargestellt wird.

 H-u-D-WKAB Heller - und Dunkler Wiesenknopfameisenbläuling (Phengaris teleius und Phengaris nausithous)

 

Illustration

Die Wiesenknopf-Ameisenbläulinge fliegen zwischen Juni und August auf der Suche nach einem Partner auf (wechsel-)feuchten Wiesen. Nach der Paarung legt das Weibchen ihre Eier auf noch nicht blühende Köpfchen des Großen Wiesenknopfes (Sanguisorba officinalis). Dieses Rosengewächs ist essenziell für die Fortpflanzung der beiden Ameisenbläulinge. Die geschlüpfte Raupe ernährt sich zunächst von seinem Blütenstand. Nach einer gewissen Zeit lässt sich die Raupe zu Boden fallen und tarnt sich mit einem speziellen Duft. Ameisen der Gattung Myrmica spec., halten diese so für ihre eigene Brut und nehmen sie mit in ihren Bau. Auch die Ameisen sind essenziell für den Lebenszyklus der Ameisenbläulinge. Im Ameisenbau ernährt sich die Raupe räuberisch von der Ameisenbrut bis zur Verpuppung. Nach zehn Monaten schlüpft ein 

neuer Wiesenknopf-Ameisenbläuling. Hier muss er den Ameisenbau rasch verlassen, um nicht von den Ameisen gefressen zu werden. Ist ihm das geglückt, geht er sogleich auf Partnersuche und der Zyklus beginnt von Neuem. Wiesenknopf-Ameisenbläulinge brauchen also den Großen Wiesenknopf und bestimmte Ameisenarten, um sich fortpflanzen zu können. Eine Mahd der Wiesen mit dem Wiesenknopf sollte während der Flugzeit der Tiere vermieden werden. 


Als Landschaftspflegeverband Oberlausitz e.V. bzw. Naturschutzstation Oberlausitz haben es wir uns zur Aufgabe gemacht, im mittleren Landkreis Görlitz potenziell geeignete Standorte des Großen Wiesenknopfs aufzusuchen und in erster Linie nach dieser Wirtspflanze zu suchen.  Mit Anwesenheit der Pflanze erfolgt eine Kontrolle auf das Vorkommen beider Bläulingsarten während der Flugzeit der Tiere zwischen Juni und August.

 Standort am Schwarzen Schöps Standort des Großen Wiesenknopf am Schwarzen Schöps in der Ortslage Jänkendorf

 

Bei Nachweisen der Bläulingsarten erfolgt eine Analyse des Standorts hinsichtlich einer Pflegeoptimierung zugunsten der Schmetterlinge. Standorte mit Potential für eine Bläulingsansiedlung werden ebenfalls in die Betrachtungen einbezogen. Ziel ist die Pflegeoptimierung von vorhandenen und auch potenziellen Bläulingshabitaten. Hierzu erfolgt ein enger Austausch mit der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreise Görlitz zusammen mit Pflegeakteuren betroffener Wiesenflächen. Weiterhin sind wir bemüht, erfasste Flächen mit Vorkommen der Arten bzw. Potential in Eigenregie bläulingsgerecht zu pflegen. 

 

Erfassung WKAB_LBSN_2024

Erfassung WKAB_TK100_2024

Karten: Erfassung Wiesenknopfameisenbläulinge 2024 im mittleren Landkreis Görlitz

 

Weiterhin wird durch einen lokalen Dienstleister Pflanzmaterial aus lokal gewonnenen Wiesenknopfsamen gezüchtet, dass dann an ausgewählten Standorten ausgebracht wird, um die Bestände vor Ort zu stärken.

 junge Pflanzen Junge Pflanzen des Großen Wiesenknopf aus regional gewonnenen Saatgut

 

Insgesamt wurden 274 Objekte auf das Vorkommen vom Großen Wiesenknopf kontrolliert. An 103 Standorten konnten von wenigen Einzelpflanzen bis hin zu Dominanzbeständen Vorkommen des Großen Wiesenknopfs erfasst werden. An zwei Standorten gelang der Nachweis des Dunklen Wiesenknopfameisenbläuling. An einem Standort mit Vorkommen des Hellen Wiesenknopf-Ameisenbläulings wurde der lokale Bestand des Großen Wiesenknopfs mit Nachpflanzungen gestärkt.


Im Vorfeld dieses Modellvorhaben gab es schon ein Projekt an drei ausgewählten Standorten an der Neiße zur Ansiedlung des Großen Wiesenknopfs. Hier wurden bestehende und potenzielle Lebensräume der Bläulinge mit der Ansaat ihrer Wirtspflanze gestärkt.

Hier geht's zum vorangegangenem Projekt:  Link zum Projekt 


Weiterhin können wir schon langjährige Erfahrungen an drei Standorten um Görlitz mit Vorkommen der Ameisenbläulinge vorweisen.

Mehr Infos dazu gibt es hier:  Link zum Projekt 


 

 

Das Modellvorhaben Naturschutzstation mit Landesschwerpunkt wird durch den Freistaat Sachsen finanziert.

 

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